Für die meisten Häuser reicht Kunststoff. Zu Aluminium greift man, wenn Kunststoff etwas nicht schafft: große Glasflächen, schmale Rahmen, schwere Hebe-Schiebe-Türen oder eine Farbe außerhalb der Farbkarte. Hier die Unterschiede in Zahlen – die Entscheidung liegt bei Ihnen.
Kurz: wann welches Material
- Kunststoff – Einfamilienhaus, Wohnung, Austausch alter Fenster. Überall dort, wo Wärme und Budget zählen und die Fenster normale Formate haben.
- Aluminium – Verglasungen vom Boden bis zur Decke, Ecken ohne Pfosten, Hebe-Schiebe-Türen (HST) über mehrere Meter, schmale Rahmen und jede RAL-Farbe.
Dämmung: Beide erfüllen die Anforderungen
Kunststoffprofile mit 3-fach-Verglasung erreichen je nach System Uw-Werte von 0,71–0,81 W/m²K. Damit erfüllen sie die Anforderungen an Neubauten in der EU mit deutlicher Reserve.
Aluminium selbst leitet Wärme viel besser als Kunststoff. Deshalb hat ein warmes Aluminiumprofil eine thermische Trennung zwischen dem äußeren und dem inneren Teil. Aluprof MB-86 SI kommt auf Uw 0,83, das Passivhaussystem MB-104 HI auf 0,73 – so viel wie die wärmsten Kunststofffenster. Kalt ist nur Aluminium ohne thermische Trennung wie MB-45. Es wird im Innenausbau und in unbeheizten Wintergärten eingesetzt.
Formate und Rahmenbreite
Hier gewinnt Aluminium deutlich. Es ist steif, biegt sich unter dem Gewicht großer Verglasungen nicht durch und arbeitet bei Temperaturschwankungen weniger als Kunststoff. Festfelder von mehreren Quadratmetern und HST-Türen von mehreren Metern Breite sind bei Aluminium normal. Ein einzelner HST-Flügel kann bis zu 400 kg wiegen.
Die Steifigkeit macht auch schmale Profile möglich. Bei gleicher Fenstergröße ist der Aluminiumrahmen schmaler – mehr von der Öffnung ist Glas.
Auch mit Kunststoff lassen sich große Fenster und HST-Türen bauen, die Grenzen des Herstellers sind aber früher erreicht. Im Konfigurator sehen Sie sie sofort: Geben Sie das Maß ein, und Sie erfahren, ob das Fenster im gewählten System machbar ist und was es kostet.
Farben
Ein Kunststofffenster ist ein weißes Profil, die Farbe kommt von der Dekorfolie. Zur Wahl stehen Holzdekore (Golden Oak, Nussbaum, Winchester…), Anthrazit- und Grautöne sowie Schwarz matt – außen (innen weiß) oder beidseitig im selben Farbton. Die Auswahl hängt von der Profilmarke ab.
Aluminium wird pulverbeschichtet, die Farbe kann also jeder RAL-Ton sein – matt, glänzend oder mit Struktur. Aluminiumfenster haben innen und außen dieselbe Farbe.
Preis
Bei gleichen Maßen kostet Aluminium mehr als Kunststoff. Für gewöhnliche Fenster im Haus ist Kunststoff meist die vernünftigere Wahl. Aluminium lohnt sich dort, wo Kunststoff nicht hinkommt: bei großen Glasflächen, schmalen Rahmen und ungewöhnlichen Farben. Wie groß der Unterschied bei Ihren Fenstern ist, sehen Sie im Konfigurator – stellen Sie dasselbe Projekt in beiden Materialien zusammen und vergleichen Sie die Preise.
Lebensdauer und Pflege
Heutige Kunststoffprofile vergilben nicht und müssen nicht gestrichen werden. Einmal im Jahr die Dichtungen abwischen und die Beschläge fetten – das reicht. Die Pulverbeschichtung auf Aluminium hält ihre Farbe über Jahrzehnte, ohne auszubleichen. Bei beiden Materialien entscheiden in der Praxis Beschläge und Dichtungen über die Lebensdauer, nicht der Rahmen selbst.
Kunststoff mit Aluminium-Vorsatzschale
Es gibt auch einen Mittelweg: Kömmerling 76 MD und 88 MD mit Aluminium-Vorsatzschale (AluClip). Innen haben Sie ein Kunststoffprofil, außen Aluminium. Wärmeschutz und Preis liegen näher am Kunststofffenster, die Außenseite ist eine robuste Aluminiumoberfläche.
Wie viele Kammern ein gutes Kunststoffprofil hat – und ob das wichtig ist
Die Zahl der Kammern beeinflusst die Dämmung, ist aber nicht der einzige Faktor – und mehr bedeutet nicht immer proportional besser. Fünf Kammern sind heute Standard und reichen für die meisten Häuser. Sechs- und Siebenkammerprofile dämmen zusätzlich; das merken Sie vor allem bei starkem Frost oder im Passivhaus.
Über den Uw-Wert entscheidet die ganze Konstruktion: Kammern, Bautiefe und Verglasung zusammen. Ein Verkäufer, der nur die Kammerzahl nennt und nicht den Uw-Wert des ganzen Fensters, zeigt Ihnen nur die halbe Wahrheit.
VEKA, Kömmerling, Gealan und Salamander in Zahlen
Die Bautiefe von Kunststoffprofilen wächst seit Jahren. Einfache Dreikammerprofile haben rund 60 mm, Kömmerling 88 MD hat 88 mm und 7 Kammern. In der Übersicht unten hat es den niedrigsten Uw-Wert.
- Gealan S 9000 – 82,5 mm, 6 Kammern, Uw ab 0,74 W/m²K. Das System nutzt die STV-Technik: Die Scheibe wird mit einem doppelseitigen Klebeband mit dem Flügel verklebt, statt klassisch mit Verglasungsklötzen eingesetzt zu werden.
- Salamander bluEvolution 82 – 82 mm, 6 Kammern, Uw ab 0,75 W/m²K. Seit 2013 auf dem Markt und immer noch in der Spitzengruppe.
- VEKA 82 MD – 7 Kammern, Uw ab 0,75 W/m²K, Profil der Klasse A: Die Außenwände sind einige Zehntelmillimeter dicker als bei Klasse B. Auf den ersten Blick ein Detail – bei Hagel oder einem Einbruchsversuch entscheidet es aber, ob sich der Rahmen verformt.
- Kömmerling 88 MD – 88 mm, 7 Kammern, Uw ab 0,73 W/m²K.
„Uw ab“ ist der Wert für ein Fenster 1230 × 1480 mm mit 3-fach-Verglasung und warmer Kante. Alle vier Systeme liegen zwischen 0,73 und 0,75 W/m²K und damit deutlich unter den üblichen Anforderungen. Sie unterscheiden sich in konstruktiven Details – nicht darin, dass eines davon schlechter wäre.
Wie Sie in der Praxis wählen
Statt „Welches Material ist das beste?“ fragen Sie sich besser vier Dinge: Wie groß sind die Glasflächen? Bauen Sie neu oder tauschen Sie Fenster aus? Welche Farbe möchten Sie? Und wie hoch ist Ihr Budget? Stellen Sie danach dasselbe Fenster in Kunststoff und in Aluminium im Konfigurator zusammen – den Preis jeder Variante sehen Sie sofort. Wenn Sie lieber fragen möchten, schreiben Sie uns: Wir antworten innerhalb von 3 Werktagen.